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Wenn ich vorm PC sitze und gar nichts mehr geht, außer den Bildschirm anstarren und ab und zu die Maus bewegen, damit dieser nicht aus geht…
Diese Situation habe ich in der Vergangenheit viel zu oft erleben müssen. Nicht weil ich faul war. Nicht weil mir meine Arbeit egal war oder keinen Spaß gemacht hätte.
Sondern weil ich keine andere Strategie kannte als: Reiß dich zusammen. Zieh das durch. Stell dich nicht so an. Und wenn das nicht funktioniert hat, was leider immer der Fall war, weil Disziplin und Willenskraft nun mal endliche Ressourcen sind… habe ich mich weiter runtergemacht, weil so schwer kann das doch nicht sein.
Spazieren gehen? Hätte auch geholfen. Aber ich konnte nicht aufstehen, weil es gan doch Aufgaben zu erledigen und wenn ich weg gehen würde vom PC, würde ich vielleicht verpassen, wenn ich wieder produktiv sein konnte. Bildschirm anstarren war die einzige Option, die ich mir erlaubt habe. Nicht die beste Strategie, ich weiß. 😅
Das war nicht immer so. Angestellt und im Büro, ist mir dieses Phänomen so gut wie nie begegnet. Erst mit der vermehrten Remotearbeit zu Corona und dann in der Selbstständigkeit noch extremer.
Kinder im Nebenzimmer, Mann auch irgendwo im Haus, Haushalt überall. Das Gerüst aus Kolleginnen, Vorgesetzten und festen Bürozeiten, das mich jahrelang ohne großes Nachdenken getragen hatte – weg.

Was ich dann lernen musste: nicht mehr Disziplin. Sondern die Bedingungen, unter denen ich wirklich gut arbeiten kann verstehen.
Mein Schreibtisch. Mein Chaos. Kinder dürfen da nicht ran. Mann muss die Unordnung ignorieren. Es klingt lächerlich klein, aber es ist der einzige Ort im Haus, der wirklich mir gehört. Nicht dem Haushalt, nicht der Familie, nur der Arbeit. Wenn ich dort sitze, arbeite ich. Wenn ich nicht arbeiten kann, sitze ich nicht dort. (Ausnahmen bestätigen die Regel, bin ja nicht umsonst selbstständig.)
Ich habe eine Praxis gemietet. Einen externen Raum, der physisch gar nichts mit zuhause zu tun hat. Für die Tage, an denen die 2 Quadratmeter zuhause nicht reichen.
Ich habe ein wöchentliches Check-In mit einer Gruppe Selbstständiger – seit fünf Jahren. Einen monatlichen Circle mit anderen Mompreneurs. Einen Schreibclub. Ein virtuelles Büro. Eine Community zum Bloggen. Einen Coaching Circle von MentorMe.
Ich mache gefühlt nichts allein.
Und ich mache mich nicht mehr schlecht dafür. Das war die eigentliche Verschiebung. Nicht die Systeme, Gruppen oder Termine, die kamen erst danach.
Sondern die Erkenntnis, dass „einfach mal zusammenreißen“ keine Strategie ist. Nie war. Und dass ich keine Disziplinschwäche habe, sondern jahrelang die falschen Bedingungen hatte und nicht wusste, wie ich das ändern kann.
Inzwischen schreibe ich ein Buch darüber. Über Produktivität, die nicht so funktioniert, wie alle sagen, dass sie funktionieren soll.
Und weil mich das Thema nicht loslässt, habe ich auch eine Blogparade gestartet: Ratschläge für die Tonne. Welcher gut gemeinte Tipp hat dir nicht geholfen und was funktioniert bei dir stattdessen?
Wenn du einen Blog hast, mach gern mit. Wenn nicht kannst du auch gern einen Gastartikel einreichen, den ich dann bei mir veröffentliche.
Bist du bis 2. August dabei? → Zur Blogparade
Und damit direkt meine Frage an dich:
👉 Unter welchen Bedingungen arbeitest du gut — und unter welchen eigentlich nicht? Und dabei ist es egal ob im Home Office oder im Büro.
Ideenreiche Grüße
Antonia
P.S.: 🤘 Mein Beispiel als Inspiration.

Das war Ausgabe 08/2026 von meinem Newsletter.
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